Come il vento
Fotografie der Orte
Istituto Italiano di Cultura di Colonia
9. Februar – 3. Juli 2026
Eröffnung am 6. Februar, 19 Uhr
Kuratiert von Ralph Goertz
Die Ausstellung “Come il vento“ entstand in Anlehnung an „No Place like Home. Italienische Fotografie seit den 1980er Jahren“, der größten Überblicksausstellung zur italienische Fotografie seit „Viaggio in Italia“ aus dem Jahre 1984. Es werden rund 60 Werke von 10 italienischen Fotografinnen und Fotografen präsentiert, die sich auf individuelle Weise mit dem Medium der Fotografie auseinandergesetzt haben und in einer besonderen Beziehung zu Guido Guidi, einem der wichtigsten Vertreter der neuen italienischen Fotografie, stehen.

Alessandra Dragoni, LIBERA POESIA, 2023
„Come il vento“ untersucht die sogenannte „Fotografie der Orte“, die Guido Guidi zusammen mit Luigi Ghirri, Gabriele Basilico und Olivo Barbieri als neue künstlerische Entwicklung in der Italienischen Fotografie seit den späten 1970er Jahren etabliert hat. Diese Herangehensweise wurde von den nachfolgenden Generationen neu interpretiert. In der „Fotografie der Orte“ konzentrierten sich die Fotograf*innen in ihrer Arbeitsweise auf die Betrachtung von Fotografie als Wiedergabe der materiellen Objekte, welche die von den Menschen bewohnten Räume bestimmen.
Mit der „Fotografie der Orte” haben diese Fotografen versucht, ein besonderes Gefühl der Zugehörigkeit und Nähe zum eigenen Territorium und insbesondere zu den Gebieten zwischen Stadt und Land herzustellen. Für diese Künstler*innen ist die Fotografie also weniger ein Mittel der bildlichen Darstellung, sondern richtet sich mehr auf die Räume, in denen sich das Leben der Menschen konkret abspielt.

Luca Nostri, Piazza Baracca, looking east from the hanging garden, Lugo, 2020
Die hier gezeigten Fotograf*innen eint die geistige und sinnliche Auseinandersetzung mit dem Ort als kollektives Gedächtnis. Obwohl es in Italien keine einheitliche Schule der Fotografie an einer Kunstakademie gab, haben die meisten der hier gezeigten Autor*innen bei Guido Guidi an der Accademia di Belle Arti in Ravenna oder der Universität von Venedig studiert. In ihrer klaren Bildsprache, die mit der visuellen Strategie des Dokumentarischen spielen, erschaffen sie beeindruckende Werke voller Poesie und Reflexion, abseits aller Klischees von „Dolce Vita“ und „Bella Italia“.

Guido Guidi, Ina casa, 1999
Beteiligte Fotograf*innen:
Carmen Colombo, Matteo Di Giovanni, Alessandra Dragoni, Cesare Fabbri, Marcello Galvani, Guido Guidi, Francesca Iovene, Allegra Martin, Francesco Neri und Luca Nostri.

